von großfamilie » 14.03.2009, 21:08
Was tun beim Milchstau?
Schmerzende, druckempfindliche, gespannte und eventuell gerötete Brüste mit leichtem Fieber können Anzeichen für einen Milchstau sein. Hierbei tastet man an der betroffenen Seite kleine Knoten oder ein größerer Bereich der Brust ist fühlbar gestaut.
Häufigste Entstehungsgründe:
1) Milch kann nicht richtig abfließen:
Der Milchspendereflex ist gestört, nahezu in allen Fällen durch Stresssituationen hervorgerufen.
Eine mechanische Abflussbehinderung durch Druck auf eine Stelle des Drüsengewebes (Durch zum Beispiel einem schlecht sitzendem BH, andere enge Kleidungstücke oder durch ein zu enganliegendes Tragetuch).
Zu Lange Stillpausen.
2) Mangelnde Entleerung der Brust beim Stillen:
Falsches Anlegen.
Falsches Saugverhalten des Kindes.
Therapie:
- Oberstes Gebot: sofortige Ruhe und viel Entspannung, Hausarbeit zurückstellen.
- Vor dem Anlegen: feuchte, warme Brustumschläge für ca. 10 Minuten, dabei Brustwarze und Warzenhof freihalten, oder heiß duschen.
- Gute Stillpositionen und korrektes Anlegen beachten: Unterkiefer des Kindes zeigt in Richtung des Staus, weil so die Stelle am intensivsten gelehrt wird.
- Nach dem Anlegen: kühlen für ca. 15-20 Minuten mit zerhackten Eiswürfeln (in einer Plastiktüte) oder Coldpacks. Benutzen Sie nasse Tücher mit gefrorenen Erbsen oder Kirschkernkissen (immer in ein Tuch einschlagen, da sonst durch die Kälte das Gewebe geschädigt werden kann.)
- Gut bewährt haben sich Umschläge aus Magerquark oder Retterspitz (Quark alle 20-30 Minuten erneuern, sobald er warm wird), gefrorene Kohlblätter oder befeuchtete, gefrorene Pampers (Brust wird richtig hineingebettet)
- Häufiges Anlegen: ca. alle 2 Stunden, keine allzu langen Nachtpausen. Falls die Brüste zu prall sind und das Baby die Warze nicht mehr richtig fassen kann, streichen Sie per Hand oder pumpen Sie mit einer Hand- oder Elektropumpe soviel Milch aus, bis das Gewebe um den Warzenhof weich genug ist.
- Zuspruch und ermutigende Gespräche durch eine Stillgruppe oder die Hebamme sind sehr hilfreich und entspannen die Mutter.
Gehen die Symptome trotz der angewendeten Maßnahmen nicht binnen 24-36 Stunden zurück, ist von einem ernsthaftem Krankheitsbild auszugehen, welches ärztlicher Behandlung bedarf.