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Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS)

z.B. Teilleistungsschwäche, Lernbehinderung

Re: Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS)

Beitragvon SPIRIT » 17.07.2009, 14:54

Die Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS)
wird auch emotional instabile Persönlichkeitsstörung genannt. Zum Erscheinungsbild dieser psychischen Erkrankung , die Sympthome einer Psychose und einer Neurose abwechselnd zeigt, gehören sehr wechselhafte Stimmungen und Affekte (im Gegensatz zu einer bipolare Störung* kann die Stimmung praktisch stündlich oder nach sog. Triggern** kippen), ein zerrüttetes Selbstbild, sehr unterschiedlich ausgeprägte Arten von traumabedingten Dissoziationen*** und damit verbundene Autoaggression**** sowie extreme zwischenmenschliche Sensibilität und extremes Emotionsgedächtnis. Vor allem die letzten beiden Symptome sind häufig Ursache für soziale Konflikte. Grundsätzlich können die Symptome bei den Betroffenen sehr unterschiedlich sein; viele davon gibt es sogar gegenteilig. Die Stärke der Störung ist von Person zu Person individuell, ebenso das damit verbundene Leiden und die individuellen Belastungserscheinungen. Es ist jedoch immer eine seelische Dauerbelastung gegeben, das Leben Betroffener ist nachhaltig beeinträchtigt.
Der Name „Borderline„ stammt aus dem Amerikanischen und soll wohl auch besagen, dass es sich bei dieser tückischen Erkrankung um einen "Grenzfall" (Engl. Border) zur Schizophrenie handelt.
Menschen mit einer BPS leiden jedoch an ihren oft in ihrer Stärke nicht zu reduzierenden Reaktionen auf äußere Einflüsse, ihren starken Gefühlen und Erinnerungen. Sie können ihren Gefühlsimpulsen dann nichts entgegensetzen.


Bei den Erscheinungen, die das Krankheitsbild mit dem psychotischen Bereich in Verbindung brachten, handelt es sich um so genannte „Pseudopsychosen„. So kann es zum einen sein, dass jemand in bestimmten Situationen für einen begrenzten, meist kurzen Zeitraum (situativ) nicht in der Lage ist, die allgemeine Realität richtig zu beurteilen (latente Hysterie). Zum anderen besteht die Möglichkeit, dass die Person für einen unbestimmten Zeitraum bezugsgerichtete Aspekte der Wirklichkeit nicht realistisch wahrnimmt. Beide Fälle stehen in unmittelbarem Zusammenhang mit dem ursächlichen traumatischen Erlebnis und dem damit verbundenen dissoziativen Verdrängungsprozess.


Obwohl nicht so bekannt wie Schizophrenie oder bipolare Störung* (früher manisch-depressive Erkrankung), ist Borderline häufiger und betrifft in Deutschland derzeit zwei bis drei Prozent der Erwachsenen. Frauen sind etwa dreimal so oft betroffen wie Männer. Diese auffällige Geschlechterdifferenz könnte damit zusammenhängen, dass traumatisierte Frauen im Rahmen der Krankeitssymptome weniger strafrechtlich auffällig werden als Männer. Bei diesen wird (wenn überhaupt) die Diagnose meistens erst gestellt, wenn sie vor den Richter kommen. Es gibt auch kombinierte, diagnoseübergreifende Krankheitsbilder, welche z.B. in der Kombination mit einer narzisstischen oder dissozialen Persönlichkeitsstörung auftreten können.
Borderline hat keine physischen Ursachen, wie z.B. Anomalien im Hirnbereich, allerdings können genetische Disposition (Hang zur Affektivität - "hysterisch") sowie Substanzmissbrauch den Ausbruch der Krankheit fördern.

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*Die Bipolare Affektive Störung ist durch einen episodischen Verlauf mit depressiven, manischen, hypomanischen oder gemischten Episoden gekennzeichnet
**urplötzliche Abkippen der eigenen Stimmung
***Der Begriff Dissoziation beschreibt die Unterbrechung der normalerweise integrativen Funktionen des Bewusstseins, des Gedächtnisses, der Identität oder der Wahrnehmung der Umwelt. Dissoziation im psychiatrischen und/oder psychotherapeutischen Sinne, kann als ein Defekt der mentalen Integration verstanden werden, bei der eine oder mehrere Bereiche mentaler Prozesse vom Bewusstsein getrennt werden und unabhängig voneinander ablaufen (Abspaltung von Bewusstsein).
****Mit selbstverletzendem Verhalten (SVV) oder autoaggressivem Verhalten beschreibt man eine ganze Reihe von Verhaltensweisen, bei denen sich betroffene Menschen absichtlich nicht-lebensbedrohliche Verletzungen oder Wunden zufügen. Normalpsychologische Grundlage für diese Störung ist unter anderem das Konzept des Körperschemas.
SPIRIT
 

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